Das hier ist eigentlich kein richtiger Artikel. Es ist vielmehr eine Übersicht. 2009 habe ich meine Magisterarbeit an der Universität Göttingen über das iPhone geschrieben. Um in das Thema einzuleiten, musste am Anfang zunächst erklärt werden, was das iPhone eigentlich ist. Weil ich es viel zu schade fand, dass diese Zusammenfassung – die ich hoffentlich irgendwann einmal aktualisieren werde – nun in einem kleinen Raum verstaubt, habe ich sie an dieser Stelle verfügbar gemacht. Auch weitere Kapitel lassen sich hier bereits finden.

Spätestens seit der Einstellung des Apple Newton im Februar 1998 gab es immer wieder Gerüchte um ein mögliches Nachfolgemodell. Steve Jobs bestätigte 2004 sogar, dass man an einem neuen PDA gearbeitet, sich jedoch gegen eine Markteinführung entschieden hätte.

Vor den großen Mac-Messen und genährt durch zahlreiche Tätigkeiten von Seiten Apples, wurde über viele Jahre die mögliche Vorstellung eines iPhones (so der von Medien und Fans präferierte Name des Telefons) in Internet-Foren und Medien diskutiert. Immer wieder gelangten Informationen wie die Registrierung der Internetdomain iphone.org (1999) oder Anträge auf die Schutzmarke iPhone für verschiedene Länder an die Öffentlichkeit (ab 2002) und wurden von Apple-Fans, News-Seiten und Fachpresse begierig aufgenommen.

Nachdem im Dezember 2004 eine Zusammenarbeit von Apple mit dem Handy-Hersteller Motorola bekannt geworden war, stellte Apple im September 2005 das erste Handy mit iTunes-Unterstützung vor.

Das Motorola ROKR wurde zum Start in den USA für 249,99 Dollar angeboten. Es konnte bis zu 100 Lieder speichern und abspielen und wurde ein großer Flop. Vielen Kunden waren die Beschränkung auf 100 Lieder, der hohe Preis und die langsame Geschwindigkeit beim Übertragen der Musik vom Rechner auf das Telefon Grund genug, es gar nicht erst zu kaufen, bzw. schnell wieder umzutauschen.

Im Dezember 2006 erscheint das erste iPhone. Allerdings nicht von Apple, sondern von Linksys, einem Tochterunternehmen von Cisco Systems, spezialisiert auf Netzwerk-Technologien für den privaten Haushalt. Beim Linksys-iPhone handelt es sich um ein schnurloses Gerät zum Telefonieren per Internet, dessen aktuelle Versionen neben des Skype-Protokolls auch das des Yahoo! Messengers unterstützen und Zugriff auf private Dateien wie Bilder und Musik bieten.

2007
Am 9. Januar 2007 stellt Steve Jobs das iPhone auf der Macworld in San Francisco vor und kündigt einen Verkaufsstart für Juni gleichen Jahres an.

Nur einen Tag später reicht das Technologie-Unternehmen Cisco Klage gegen die Verwendung des Begriffs iPhone durch Apple ein. Denn Linksys, ein Tochterunternehmen von Cisco, besitzt die Rechte an der Schutzmarke iPhone seit der Übernahme von Infogear Technology im Jahr 2000. Bereits einen Monat später, am 21. Februar, einigt man sich auf eine gemeinsame Nutzung.

Der erste Werbespot für das iPhone wird in Amerika zur Verleihung der Academy-Awards („Oscar“) am 25. Februar ausgestrahlt. Er besteht aus einer Aneinanderreihung zahlreicher Filmsequenzen mit berühmten Schauspielern beim Beantworten eines Telefons und endet mit einem Bild des iPhones sowie den Worten „Hello“, „Coming in June“ und dem Apple-Logo.

Obwohl das iPhone noch gar nicht erschienen ist, zeigt sich am 16. Mai, welche Bedeutung es für Apple und seine Investoren bereits hat. An diesem Tag berichtet die auf Technik spezialisierte Internetseite engadget.com über eine angebliche Verzögerung des Verkaufsstarts, woraufhin die Apple-Aktien um drei Prozent (ca. vier Milliarden Dollar) nachgeben und Apple sich genötigt sieht, auf den Bericht zu reagieren.

Am 11. Juni stellt Apple auf der Worldwide Developers Conference (WWDC) Web Applikationen (web apps) für das iPhone vor. Dabei handelt es sich um kleine Programme, die mit Hilfe des integrierten Safari-Browsers über das Internet abgerufen werden und ihr eigenes Symbol in der Programmauflistung erhalten. Während Apple den Verzicht auf native Programme zugunsten der Web-2.0-Alternative vor allem mit zusätzlicher Sicherheit und Funktionssicherheit des iPhones erklärt, fühlen sich die Entwickler in ihren Möglichkeiten eingeschränkt. So funktionieren die Programme nur, wenn über WLAN oder das Mobilfunknetz auf das Internet zugegriffen werden kann. „One day“, schreibt Tom Krazit, „we might do everything through a Web browser, but today is not that day, and the EDGE network is not that network.“

Zum Verkaufsstart am 29. Juni spendiert Apple dem iPhone ein weiteres Programm. Mit YouTube lassen sich Videos einer großen Internetplattform durchsuchen und abspielen. Obwohl das Handy gleichzeitig in Geschäften von AT&T, Apple sowie den jeweiligen Online-Stores angeboten wird, ist es innerhalb kurzer Zeit weitgehend ausverkauft.

Am 19. Juli gelingt es einem Mitglied einer Hacker-Gruppe erstmals, ein unabhängiges Programm auf dem iPhone zu starten. Einen Monat später, am 24. August, wird der SIM-Lock des iPhones erfolgreich gehackt. Nun ist es möglich, das Handy auch mit anderen Mobilfunkkarten zu betreiben. Die Folge ist ein reger Handel von iPhones zwischen den USA und Europa, was Apple dazu veranlasst, den Verkauf auf zwei Handys pro Person zu limitieren.

Am 5. September kündigt Steve Jobs auf einem Special Event anlässlich der Vorstellung neuer iPods eine Preissenkung des iPhones mit 8 GB Speicher von vorher 599 auf nun 399 Dollar an. Zeitgleich wird das 4-GB-Modell eingestellt.

Bereits einen Tag später muss Jobs in einem offenen Brief an frühe Käufer Stellung beziehen:

„I have received hundreds of emails from iPhone customers who are upset about Apple dropping the price of iPhone by $200 two months after it went on sale. […] I am sure that we are making the correct decision to lower the price […], and that now is the right time to do it. [But] we need to do a better job taking care of our early iPhone customers as we aggressively go after new ones […]. Our early customers trusted us, and we must live up to that trust with our actions in moments like these. […] We apologize for disappointing some of you […]“.  – Steve Jobs

Als Entschädigung erhalten Kunden, die ihr iPhone vor der Preisreduzierung gekauft haben, einen Gutschein über 100 Dollar für den Apple Online Store.

Obwohl diese Maßnahme auch skeptisch betrachtet wird, sind die Reaktionen der iPhone-Käufer zumeist positiv.

Am 18. und 19. September kündet Steve Jobs gemeinsam mit den beteiligten Mobilfunkanbietern die exklusive Partnerschaft von Apple mit O2 in Großbritannien und mit T-Mobile in Deutschland beim Verkauf und der Vermarktung des iPhones an.

Am 15. Oktober meldet Greenpeace die Verwendung von gesundheitsschädlichen Stoffen bei der Produktion des iPhones, während der Mobilefunkanbieter  Orange einen Tag später den Verkaufsstart des iPhones in Frankreich für den 29. November bekannt gibt. Für Februar 2008 kündet Apple am 17. Oktober ein software development kit (SDK) zur Entwicklung nativer Programme für Februar 2008 an.

Am 31. Oktober kürt das TIME Magazine das iPhone zur Erfindung des Jahres 2007 und widmet ihm ein eigenes Titelblatt.

Nach dem Verkaufsstart des iPhones in Deutschland Anfang Februar erwirkt Vodafone am 19. November eine einstweilige Verfügung gegen die exklusive Vermarktung des iPhones durch T-Mobile. Zwei Tage später beginnt die Telekom-Tochter daraufhin mit dem Verkauf einer vertragsfreien Variante zum Preis von 999 Euro. Kunden, die ihr iPhone zuvor mit Vertrag gekauft haben, können gegen eine Nachzahlung von 600 Euro ihr Telefon ebenfalls für alle Netze freischalten lassen.

Kurz nach der Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamburg, dass der exklusive Verkauf auch mit Sperre für andere Netze rechtens sei, kehrt T-Mobile am 4. Dezember zu seinem ursprünglichen Vertriebsmodell zurück.

2008
Für 499 Euro in Deutschland und 499 Dollar kommt am 5. Februar ein neues iPhone-Modell in den Handel. Einzige Veränderung: es verfügt über mehr Speicher (16 GB) und ist zu Beginn in Europa kaum erhältlich.

Vor zahlreichen Journalisten stellt Steve Jobs am 6. März das Software-Update 2.0 vor, das über zahlreiche Verbesserungen gegenüber der 1.x.x-Version verfügen soll. Außerdem präsentieren Phil Schiller (Senior Vice President of Worldwide Product Marketing bei Apple) und Scott Forstall (Senior Vice President, iPhone Software bei Apple) erstmals das software development kit (SDK) zur Entwicklung und Gestaltung nativer Programme, die anschließend über den App Store vermarktet werden sollen.

Während das SDK sowie eine Beta-Version der 2.0-Software bereits am gleichen Tag von Apples Servern geladen werden können, erscheint die offizielle Version erst Mitte Juli.

Am 9. Juni präsentiert Phil Schiller auf der WWDC in San Francisco mit MobileMe einen kostenpflichtigen Service, der die Funktionen von Microsofts Exchange Service (vgl. Kap. 3.2.2.2) auch Privatanwendern verfügbar machen soll.

Außerdem wird das iPhone 3G vorgestellt. Im Gegensatz zum Vorgänger besteht die Rückseite des neuen Modells nicht mehr aus Aluminium, sondern aus Plastik. Die Speicherkapazität wurde nicht verändert, jedoch wird das iPhone 3G in unterschiedlichen Farben verkauft.

Neben UMTS verfügt das iPhone 3G über einen GPS-Empfänger, mit dem die Lokalisierung genauer und schneller durchgeführt werden kann als zuvor.

Die wichtigsten Neuerungen sind jedoch softwarebasiert und schließen die älteren iPhone-Modelle mit ein. Denn als am 11. Juli das iPhone 3G in den Handel kommt, können auch Besitzer der Vorgängerversionen ihre Modelle mit dem 2.0-Update ausstatten.

In den folgenden Wochen werden viele Software-Updates herausgebracht und in immer mehr Ländern kommt das iPhone in den Handel.

To be continued…