Verifikationen von Profilen bei Twitter, Facebook, Google+ und Co. sind sehr begehrt. Ein Grund dafür ist, dass es nicht immer einfach ist, an den kleinen Haken zu kommen. Doch natürlich gibt es Möglichkeiten – und Alternativen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer blauen Weltkugel am Twitter-Profil?

Twitter hat es, Facebook auch, und Google+ sowieso: Kleine Häkchen an den Profilen, die beweisen sollen, dass hier tatsächlich James Blunt seine Hater trollt. Dass wirklich der Papst den Segen ausspricht. Und dass hinter Meldungen der dpa tatsächlich eine Nachrichtenagentur steckt.

Verifikationen sind Garantieerklärungen durch Google, Facebook und Co. Hier gibt es das, was draufsteht, sollen die Häkchen sagen. Und viel wichtiger noch: Bei allen anderen Accounts muss aufgepasst werden. Denn wo Edward Snowden draufsteht, muss noch lange kein Whistleblower drinstecken.

An die begehrten kleinen Haken zu kommen, ist nicht ganz einfach. Twitter schreibt beispielsweise, man konzentriere sich auf die gefragtesten Nutzer aus den Bereichen Musik, Film, Mode, Regierung, Politik, Religion, Journalismus, Medien, Sport und Business. Für die Verifizierung würden weder die Follower- noch die Tweetzahl berücksichtigt. Allgemeine Anfragen aus dem allgemeinen Nutzerkreis werden nicht akzeptiert. Wer ausgewählt wurde, ist nur noch ein paar Schritte vom blauen Haken entfernt. Welche das sind, steht auf Netscripter.de.

Natürlich helfen auch Kontakte. In Deutschland kann sich zum Beispiel ein guter Draht zu Market Director Rowan Barnett als nützlich erweisen, heißt es.

Bei Facebook und Google+ gibt es keinen Antrag auf Verifizierung (mehr)

Und wie sieht es bei Facebook aus? Auch hier ist es zunächst einmal nicht möglich, selbst einen Antrag auf eine Verifizierung zu stellen. So steht es jedenfalls auf der zugehörigen Info-Seite des sozialen Netzwerkes. Als Profile und Seiten, die möglicherweise einen blauen Haken bekommen, werden genannt: Prominente, Journalisten, Regierungsvertreter sowie bekannte Marken und Firmen.

Bei Googles sozialem Netzwerk Google+ gab es bis Mitte 2012 noch die Möglichkeit, selbst einen entsprechenden Antrag zu stellen. Mittlerweile ist es jedoch nicht mehr ganz so einfach, an das kleine Häkchen im Profil zu kommen. Wie es früher war und heute ist, hat Mark Traphagen hier aufgeschrieben. Natürlich gibt es auch verifizierte Youtube-Kanäle. Um die zu bekommen, muss der Youtube-Account einfach mit einem verifizierten Google+-Account verbunden werden. Ein Youtube-Partner-Manager kann aber auch Wunder bewirken.

Wem alle oben genannten Möglichkeiten nicht zusagen oder in zu weiter Ferne liegen, dem bietet sich zumindest bei Twitter noch eine andere Möglichkeit, sich etwas von der Masse an Nutzern abzuheben. Neben der Verifizierungsplakette gibt es nämlich auch noch ein Übersetzeremblem in Form einer kleinen blauen Weltkugel direkt neben dem eigenen Namen. Das sieht dann so aus:

Twitter-Übersetzer

Mehr als 350.000 Freiwillige kümmern sich darum, dass Twitter überall auf der Welt funktioniert. Sie übersetzen Textbausteine in mehr als 20 Sprachen. Tweets bleiben dabei außen vor. Zwar gibt es auch für sie eine Übersetzungsmöglichkeit. Dabei handelt es sich jedoch um eine Partnerschaft mit Microsofts Bing-Dienst.

Wer Übersetzer bei Twitter werden will, der kann sich ganz einfach dafür registrieren. Geld gibt es für die Arbeit jedoch nicht. Und auch die Rechte an den fertigen Texten liegen bei Twitter. Verschwiegenheit ist sowieso oberstes Gebot. Die kompletten Bedingungen finden sich auf dieser Seite: Translation Agreement.

Wer dort zugestimmt hat, der kann sich anschließend für eine Sprache entscheiden, in die übersetzt werden soll.

Die nächste Seite ist dann das Community-Dashboard. Hier gibt es Anleitungen, Evaluierungen und Übersetzungsaufträge, die man annehmen kann. Wer über Textbausteine stolpert, die übersetzt werden müssen, dem bieten sich zwei Möglichkeiten: Entweder selbst rangehen, oder die Übersetzung eines anderen bewerten. Beide Optionen wirken sich auf den Rang innerhalb der Community aus. Und der ist wichtig, wenn man irgendwann einmal die Übersetzungsplakette bekommen will. Angeblich erhalten diese nämlich nur die oberen 60 Prozent.

Wer Fragen hat, kann sich im Forum umschauen oder an die deutschen Moderatoren @myx, @sn0opy, und @enovyresom wenden.