Am Donnerstag veröffentlichte das US-Magazin Newsweek einen Artikel, in dem Autorin Leah McGrath Goodman schrieb, sie habe den Erfinder der digitalen Kryptowährung Bitcoin gefunden. Der galt bisher als heiliger Gral des Technologiejournalismus (viele Mythen ranken sich um ihn, viele Menschen haben versucht, ihn zu finden), umso größer war darum jetzt die Resonanz auf den ausführlichen Beitrag Goldmans.

Schnell wurden jedoch auch Stimmen laut, die Kritik äußerten an der ausführlichen Darstellung von Satoshi Nakamoto. Man habe ihn bloßgestellt, wegen seines mutmaßlichen Reichtums sei er nun in Gefahr. Außerdem sei gar nicht sicher, ob es sich bei dem Mann tatsächlich um den Bitcoin-Erfinder handele. In den Kommentaren zum Artikel wurde sich vor allem darüber beschwert, dass man deutlich das Haus des Mannes erkennen könne – seine Adresse sei leicht herauszufinden.

Das haben anscheinend auch zahlreiche Reporter anderer Medien getan – und sie haben die Wohnung von Nakamoto am Donnerstag stundenlang belagert. Wenn man sich die Tweets, Bilder und Videos ansieht, die in den vergangenen Minuten und Stunden veröffentlicht wurden, dann kann man eigentlich nur zu dem Schluss kommen, dass hier etwas grundlegend falsch läuft. Nicht nur, dass hier jemand offensichtlich ins Rampenlicht gezehrt wurde, der dies gar nicht wollte. Nein – auf einmal stürzen sich die Medien auf ihn, belagern sein Haus und starten sogar eine Verfolgungsjagd.

Das ist nicht mein Journalismus. Das ist ein schmutziger Journalismus. Und wir sollten es eigentlich besser wissen.

So etwas muss nicht sein: