In Wien gibt es eine Menge zu sehen. Vier Tage reichen dafür eigentlich kaum aus. Schloss Schönbrunn, Prater, der Naschmarkt: Attraktion reiht sich an Attraktion. Dabei sollte man jedoch nicht vergessen, dass es auch abseits der normalen Touristenhöhepunkte einiges zu sehen gibt. (M)eine kleine Reise durch Österreichs Hauptstadt.

Start ist beim Riesenrad am Wiener Prater. Eine Fahrt mit dem 1897 erbauten Wiener Wahrzeichen lohnt sich. Zwischen 10 und 20 Minuten dauert ein Umlauf. So hat man genügend Zeit, um einen ersten Eindruck von der Hauptstadt Österreichs aus der Luft zu bekommen. Neun Euro kostet das Ticket für Erwachsene – mit Wien-Karte geht es auch etwas günstiger.

Riesenrad

Die Praterstraße entlang und über die Aspernbrücke geht es auf den Stubenring. Der ist Teil der Wiener Ringstraße, die rund um das historische Zentrum Wiens führt. Hier verkehren auch mehrere S-Bahn-Linien im Minutentakt.

S-Bahn

Wiener Ring

Erster Stopp ist beim Museumsquartier. Von hier geht es zum Spittelberg, einem Wiener Bezirk, der bis Mitte des 20. Jahrhunderts einen sehr schlechten Ruf hatte, da das Gebiet eine Hochburg der Prostitution war. Wegen der hohen Dichte an Lokalen und Kunsthandwerksbetrieben gilt der Spittelberg heute als Szeneviertel und Beispiel der Gentrifizierung Wiens.

Der Spittelberg

Eine Lampe

Über die Siebenstern- und Kirchengasse geht es auf die Mariahilfer Straße, die größte Einkaufsmeile Wiens. Über Nelken- und Schadekgasse und vorbei am Haus des Meeres kommt am Ende der Eggerthgasse langsam der Wiener Naschmarkt in Sicht.

Wienzeile

Hier – auf dem großen Parkplatz westlich des Naschmarkts (U-Bahn-Station Kettenbrückengasse) – findet jeden Samstag Wiens größter Flohmarkt statt. Stadteinwärts – zwischen Linker und Rechter Wienzeile – gibt es auf dem hier eingewölbten Wienfluss den größten innerstädtischen Markt der Stadt. Zwischen Gemüse-, Obst- und Gewürzständen finden sich seit ein paar Jahren auch immer mehr gastronomische Betriebe.

Naschmarkt

Naschmarkt

Naschmarkt

Naschmarkt

Naschmarkt

Naschmarkt

Naschmarkt

Naschmarkt

Stadteinwärts endet der Naschmarkt in der Nähe des Karlsplatzes. Um sich von den Menschenmassen auf dem Markt etwas zu erholen, empfiehlt sich ein Besuch der Secession an der Friedrichstraße.

Die Wiener Secession wurde im April 1897 von Gustav Klimt, Koloman Moser, Josef Hoffmann, Joseph Maria Olbrich, Max Kurzweil, Josef Engelhart, Ernst Stöhr, Wilhelm List und anderen Künstlern als Abspaltung vom Wiener Künstlerhaus gegründet. Neben dem ständig ausgestellten Beethovenfries von Gustav Klimt konnte man dort bis Anfang Juni die Ausstellungen DA von Heinrich Dunst,…

Secession

Secession

Secession

Raver geht ins archäologische Museum von Kerstin von Gabain

Secession

…sowie Little Warshaw von Naming You besuchen.

Secession

Von der Secession ist es nur ein Katzensprung bis zur Staatsoper, wo alljährlich der berühmte Wiener Opernball stattfindet. Vor dem Gebäude tummeln sich verkleidete Mozarts mit roten Mappen, um den Touristen Karten für die Zauberflöte, Tosca oder die Götterdämmerung anzubieten. Von diesen Angeboten sollte man jedoch unbedingt die Finger lassen und stattdessen die offiziellen Verkaufsstellen nutzen.

Wer sich den Eintritt zu einem Konzert sparen aber trotzdem einmal die Oper von innen sehen möchte, der kann auch bei einer Führung mitmachen. Diese werden in mehreren Sprachen angeboten und dauern etwa 30 Minuten. Die Termine findet man auf der Website der Oper, die Kosten betragen 6,50 Euro.

Opernhaus

Opernhaus

Opernhaus

Opernhaus

Opernhaus

Opernhaus

Opernhaus

Auf der Rückseite der Oper liegt an der Philharmonikerstraße das Hotel Sacher mit dem zugehörigen Restaurant und Café. 4,90 Euro kostet hier ein Stück der weltberühmten originalen Sachertorte, eine Melange schlägt dann noch einmal mit 4,40 Euro zu Buche.

Sachertorte

Am Albertinaplatz vorbei geht es zum Albertina Museum, vor dem aktuell mehrere rosafarbige Kaninchen die Gäste empfangen.

Albertina

Die Hanuschgasse hoch und am Schmetterlinghaus vorbei, warten die Hofburg und der Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek. In der Bibliothek sollte man unbedingt einmal vorbeischauen. Die sieben Euro Eintritt lohnen sich auch wegen der häufig stattfindenden Ausstellungen.

Bibliothek

Nach einem kleinen Schlenker über den Heldenplatz

Hofburg

…geht es über den Michaelerplatz und entlang von Reitschul- und Stallburggasse in die Dorotheergasse zum Café Hawelka, wo schon Friedensreich Hundertwasser, Andre Heller und Andy Warhol einkehrten und sich Buchteln von Leopold und Josefine Hawelka servieren ließen.

Hawelka

Hawelka

Hawelka

Hawelka

Hawelka

Über den Graben geht es anschließend in Richtung Peterskirche. Hier kann man kostenlos eine wirklich schöne – aber auch etwas versteckte – Kirche besichtigen.

Peterskirche

Vorbei an geschäftigen Taxifahrern,…

Taxifahrer

…seltsamen Geschäften…

Kopftücher

…und durch viele Gassen, Bögen und Tore (hier kann man sich ruhig mal treiben lassen),…

Leuchte

Durchgang

…geht es weiter zum Stephansdom. Wer mit der Kutsche fahren will, der wird hier garantiert fündig. Aber auch eine Fahrt mit dem Aufzug zur Domspitze lohnt sich – Preis: 5 Euro.

Pferde vor dem Stephansdom

Wenn man hinter dem Stephansdom in die Rotenturmstraße abbiegt und anschließend rechts in die Wollzeile hineingeht, kommt man an mehreren dieser schicken alten Geschäfte vorbei.

A. Katzer

Gleich daneben führt eine Gasse in Richtung Bäckerstraße. Hier finden sich einige lustige kleine Geschäfte sowie das Restaurant Figlmüller – die Heimat des Schnitzels seit über 100 Jahren.

Figlmüller

Figlmüller

Figlmüller

Wen seine Füße noch tragen, der kann zum Abschluss noch beim Hundertwasserhaus vorbeischauen und anschließend entlang des Donaukanals zurück in Richtung Prater laufen.

Hundertwasser

Alle Bilder: J. Camrath