Twitter schraubt an der Registrierung

Twitter hat am Freitag eine Neuerung eingeführt, die 99 Prozent der Nutzer kaum interessieren dürfte. Trotzdem ist es die vermutlich wichtigste Änderung seit vielen Jahren. Wer sich neu anmeldet, wird seit kurzem anders begrüßt als zuvor. Mit dem neuen Prozess möchte man sicherstellen, dass die Zahl der Accounts, die irgendwann einmal angelegt und anschließend nie wieder genutzt wurden, nicht weiter steigt. Denn inaktive Nutzer sind für Twitter ein großes Problem.

Was kaputt war am bisherigen Registrierungsablauf, hatte Owen Williams bereits im Juni eindrucksvoll aufgezeigt. Wer möchte, kann es gerne nachlesen. Das größte Problem war, dass die zum Start vorgeschlagenen Accounts in der Regel kaum überzeugen konnten. Oft handelte es sich um Prominente, Sportler und Politiker, deren Tweets nur einen geringen Mehrwert und für die neuen Nutzer wenig Anreiz schufen, sich länger mit Twitter zu beschäftigen. Das hat sich nun alles geändert.

Doch wie genau eigentlich? Um das herauszufinden, habe ich mich einfach erneut mit einem Account angemeldet (sorry an alle Stefan Müllers da draußen…).

Der Anfang ist wie gehabt. Man gibt seinen Namen und ein Passwort ein, bekommt anschließend ein paar Nutzernamen vorgeschlagen (die leider immer noch wenig bis überhaupt nicht brauchbar sind) und muss eine E-Mail-Adresse eingeben, die noch nicht im System registriert ist. Soweit nichts Neues.

Twitter 1

Anschließend wird man kurz darüber informiert, was Twitter eigentlich ist, nämlich „ein sich ständig aktualisierender Strom der coolsten und wichtigsten Neuigkeiten, Medien, Sport, Fernsehen, Kultur und Gespräche“. Das klingt zwar ziemlich krumm. Aber es ist ein Anfang.

Twitter 2

Weiter geht es mit Schritt 2. Hier wählt man seine Interessen aus. Ich habe mich einfach mal für „Beliebte Accounts“ und „Tech & Wirtschaft“ entschieden…

Twitter 3

…und wurde positiv überrascht. Denn im dritten Schritt wurden mir tatsächlich 40 Accounts angezeigt, denen ich zum Großteil auch mit meinem über die Jahre gepflegten @uniwave-Account folge. Das ist schon erstaunlich.

Twitter 4

Schritt 4 unterscheidet sich kaum vom bisherigen Anmeldeprozess. Man kann seine E-Mail-Accounts nach Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern durchsuchen lassen, die Twitter bereits nutzen. Wer das nicht möchte, kann auch gleich zu Schritt 5 wechseln. Ich habe es heute aus Spaß einmal ausprobiert, und mir wurden tatsächlich ein paar Accounts vorgeschlagen, denen ich auch so schon lange folge.

Twitter 5

Das war Schritt 5 – und damit auch der letzte. Jeder sollte nun zumindest einige interessante Accounts gefunden haben, die nicht irgendwelchen Stars und Sternchen gehören, sondern tatsächlich eine emotionale Bindung zu Twitter aufbauen. Weil es Freunde sind. Oder Menschen, die interessante Dinge teilen. Mein erster Eindruck ist, dass Twitter hier alles richtig gemacht hat. Aber das war auch nicht wirklich schwer. Schließlich hatte man vorher größtenteils versagt.

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2 Kommentare

  1. Möglicherweise hättest du mit einem anderen (unbenutzten) Browser andere Vorschläge bekommen. Ich tippe auf vorhandene und ausgewertete Cookies …

  2. Hallo Herr Camrath,

    ein sehr lesenswerter Artikel.
    Bitte mehr davon 😉

    Leider funktioniert der Link in dem Satz: „Twitter hat am Freitag eine Neuerung eingeführt, die 99 Prozent der Nutzer kaum interessieren dürfte.“ nicht richtig. Wohin soll er verweisen?

    Beste Grüße

    Ralph

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