Am Samstag war ich in der „Alten Fleischfabrik“ in Berlin-Lichtenberg. Eingeladen hatte Canon, um ein paar neue Kameras vorzustellen. Auf dem Gelände der ehemaligen Konsumgenossenschaft Berlin an der Josef-Orlopp-Straße befinden sich mehrere Gebäude. Die erste Bäckerei (in den Jahren 1910 und 1912 errichtet), die zweite Bäckerei (im Jahr 1913 errichtet), der Neubau Bäckerei, das Kesselhaus (in den Jahren 1928 und 1929 errichtet) und die Wurst- und Fleischwarenfabrik (in den Jahren 1927 und 1928 errichtet). Die Fleischerei wurde vor über 20 Jahren geschlossen, Diebe, Obdachlose und Graffiti-„Künstler“ haben zu ihrem aktuellen Zustand beigetragen. Bereits seit einiger Zeit können Fototouren durch die Anlage gebucht werden – 40 Euro kostet das pro Teilnehmer und für fünf Stunden.

Genau dieser boomende Lost-Places-Tourismus hat mich am Samstag aber sehr gestört. Während wir durch die Räume zogen, liefen ständig Mitarbeiter des Tourenanbieters herum, überprüften die Fenster, nahmen Maß für Ausbesserungsarbeiten und achteten darauf, dass wir nicht irgendwo hingingen, wo es „unsicher“ sein könnte. So verliert solch ein Ort eine Menge von seinem Charme. Vieles wirkte künstlich, und besonders die Graffiti und Malereien an den Wänden trugen eher zu einer Ausstellungsatmosphäre bei, als dass sie das Empfinden stärkten, einen lange vergessene und verlassene Umgebung zu erkunden.

Ein paar Eindrücke.

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15

16

17

18

19

20

21

22

23

24

25

26

27

28

29

30

31

32

33

34

35

36

37