Seit Facebooks beliebtes Fotonetzwerk Instagram Video kann, mehrten sich die Berichte, wonach das große Wachstum beim Konkurrenten Vine stark nachgelassen haben soll. Wer aus dem Kampf der Kurzfilmgiganten aber als Sieger hervor geht, das ist noch längst nicht entschieden.

Nun hat Twitter seiner Vine-App erstmals seit der Ankündigung von Facebook, Videos auch zu Instagram zu bringen, ein Update spendiert. Version 1.3 des Programms ist nicht nur lange überfällig gewesen. Sie bringt auch einige interessante neue Funktionen mit und darf als ernsthafter Versuch von Twitter verstanden werden, nicht kampflos das Feld räumen zu wollen.

Wie die Entwickler im Vine-Blog schreiben, hat man der App einige neue Kamerafunktionen spendiert. Es gibt jetzt ein Raster, das über den Aufnahmebildschirm gelegt werden kann. Der Fokus lässt sich manuell justieren, und ein „Ghost“-Effekt wurde auch verbaut. (Letzteres hat bei mir aber noch nicht wirklich funktioniert.)

Die größte Neuerung dürfte aber ohne Zweifel die Möglichkeit sein, Video-Einträge zu „revinen“. Retweet? Revine? Ganz genau. Wie bei Twitter kann man jetzt Beiträge von anderen Nutzern in seinem eigenen Stream posten – also revinen. Damit dürfte ohne Frage die Reichweite bestimmter Clips deutlich steigen. Das hilft nicht nur den Nutzern – das hilft auch dem Netzwerk. Denn wo etwas viral wird, ist Wachstum oft nicht weit.

Was hat sich sonst noch getan?

Es gibt 15 Kanäle, in denen die kurzen Clips gepostet werden können. Sie tragen Namen wie „Comedy“, „Musik“ und „Natur“. Da dürfte vermutlich für jeden etwas dabei sein. Bei Vine hofft man, dass die Nutzer jetzt noch schneller und einfacher Videos von anderen Mitgliedern des Netzwerkes entdecken. Bleibt abzuwarten, wie sehr die Kanäle genutzt werden und ob sie nicht schnell überlaufen.

Ebenfalls ein Mittel zum Zweck ist „On the Rise“. Hier werden Menschen vorgestellt, die mit ihren Vine-Clips gerade besonders viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Bleiben als letzte Neuigkeiten noch die geschützten Posts. Wer etwas bei Vine einstellt, tut dies in der Regel öffentlich. Schließlich lebt das Netzwerk davon, dass möglichst viele Nutzer möglichst viele Clips sehen, kommentieren und „liken“.

Wer sich in Zukunft dafür entscheidet, seine Beiträge zu schützen, der kann sich nun sicher sein, dass nur die Personen sie sehen, denen dies zuvor auch gestattet wurde. Doch Vorsicht: Wird ein Kurzvideo auf Twitter oder Facebook geteilt, ist es auch für alle anderen Internetnutzer sichtbar. Dann hilft auch ein geschützter Account nichts mehr.

Version 1.3 der Vine-App ist ab heute für iOS verfügbar. Geschützte Posts sollen in den kommenden Stunden ihren Weg auch zur Android-App schaffen. Die restlichen Features folgen dann kommende Woche.

Und nein. Auch wenn bei Instagram Videos mit einer Länge von bis zu 15 Sekunden aufgezeichnet werden können: Vine bleibt seiner Linie und den sechs Sekunden treu.