Der böse Bot von der SZ

Der Jonas kennt es. Der Christian auch. Und der Jens sowieso. Da liest man ganz entspannt, was die eigene Timeline auf Twitter gerade so schreibt, und plötzlich – wuuuuusch – rattert es einen SZ-Tweet nach dem anderen. In der Regel dauert es nicht lange, dann melden sich ein paar Follower der Süddeutschen Zeitung zu Wort.

Anschließend antwortet meinst jemand in München auf dieses Tweets, häufig wird ein „technischer Fehler“ als Ursache genannt.

Doch nach ein paar Tagen beginnt das Spiel von vorne. Warum eigentlich?

Ich habe versucht*, der Sache auf den Grund zu gehen und darum bei Stefan Plöchinger nachgefragt. Der ist Chef von SZ.de und müsste es eigentlich am besten wissen.

Wie er mir erklärt hat, setzt die Süddeutsche Zeitung online auf ein eigenes Content-Management-System (CMS), das auf Polopoly basiert. Wenn die Redakteure einen Artikel für die Website vorbereiten, dann verfassen sie dort auch gleichzeitig einen Tweet für Twitter. Das hat den Vorteil, dass Hashtags von Hand gesetzt und wichtige Personen oder Organisationen, die im Text genannt werden, per @-Zeichen angeschrieben werden können. Bei automatisiertem Veröffentlichen wäre das nicht der Fall.

Hier wird ein Tweet eingegeben.

Hier wird ein Tweet eingegeben.

Normalerweise sollen diese Tweets in dem Moment rausgehen, wenn auch der passende Artikel publiziert wird. Dafür ist ein Bot verantwortlich, der SZ-intern realisiert wurde.

Doch dieses Programm bereitet der Redaktion und den Entwicklern in München offenbar hin und wieder Probleme. Statt in regelmäßigen Abständen neue Twitter-Beiträge zu posten, schaltet der SZ-Bot auf stur. Dann sammeln sich die Tweets wie in einem Trichter und stauen sich auf. Bis es Boom macht.

Das sieht dann so aus (In der gekürzten Fassung. Die Extended Version kann dreimal so lang sein):

Tweets

Und das war’s auch schon. Ziemlich langweilig, stimmt’s? Ich hatte auch gedacht, dass in München vielleicht irgendjemand auf der Leitung steht. Oder die Tweets per Transrapid zugestellt werden. Oder die NSA ihre Finger im Spiel hat. Ist aber nicht so.

Sorry.

*wurde gedrängt

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1 Kommentar

  1. Auf dem ersten Blick scheint das wirklich ein langweiliger Beitrag zu sein. Aber 1. finde ich es interessant zu wissen, wie die Technik hinter den Kulissen eines großen Accounts aussieht und 2., da ich die SZ nicht auf Twitter folge, finde ich es schön zu sehen, dass sie auf Twitter mit ihren Followern interagieren. Danke! 🙂

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