Twitter-Mitgründer Biz Stone hat am Dienstag die Katze aus dem Sack gelassen und verraten, woran er in den vergangenen Monaten gearbeitet hat. Mit seinem neuen Start-up Jelly hat er ein Such-Programm für iOS- und Android-Geräte entwickelt, das von seinem sozialen Aspekt leben soll.

Bei Jelly stellt man eine Frage zu einem Gebäude, Kunstwerk etc. und teilt sie anschließend mit seinen Freunden. Die können die Frage dann selbst beantworten – so sie denn die Antwort kennen – oder sie an ihre Kontakte weiterreichen.

Ein Beispiel:

Ich bin im Wald unterwegs und stolpere über ein paar Pilze. Da ich nicht weiß, ob sie genießbar sind, mache ich ein Foto mit der Jelly-App auf meinem Smartphone, markiere die fraglichen Exemplare und frage, ob ich sie mitnehmen sollte. Anschließend lade ich Bild und Text hoch und hoffe, dass mir meine Freunde weiterhelfen können.

Um an Kontakte der Nutzer zu kommen, braucht die App Zugriff auf die Facebook- und Twitter-Accounts. Auch der aktuelle Standort wird abgefragt. Anschließend kann man loslegen. Das Einrichten dauert nur wenige Sekunden.

JellyWer die App anschließend aufruft, bekommt zunächst Fragen aus seinem Netzwerk präsentiert. Bei mir ist das aktuell ein Bild von @kevinthau, der wissen will, ob er denn da einen Xbox-360-Controller in den Händen hält oder ob der vielleicht schon älter ist. Ich selbst folge Kevin nicht. Aber mir wird angezeigt, dass er bei Twitter ein Kontakt von @MikeIsaac ist. Dem folge ich – und anscheinend hat er die Frage von Kevin an mich weitergereicht. 100 Antworten hat Kevin zu seinem Controller bereits erhalten. Ich kann sie aufrufen und mich hindurchwischen. Bin ich der Meinung, dass eine Antwort korrekt ist, kann ich sie bewerten und teilen.

Apropos Wischen: Die ganze Jelly-App ist sehr wischfreudig programmiert. Wenn ich eine Frage nicht beantworten kann, wische ich sie einfach nach unten aus dem Bildschirm heraus. Dann kommt sie auch nicht wieder. Will ich die Antworten der anderen Nutzer sehen, hole ich sie per Wischbewegung von unten auf meinen Bildschirm.

Die eigenen Fragen und Antworten werden unter „Activity“ aufgelistet. Leider ist es mir noch nicht gelungen, eine Löschfunktion zu finden. Was ziemlich ärgerlich ist, da ich zum Test eine blöde Frage gestellt habe.

Ob Jelly ein Erfolg wird? Schwer zu sagen. Es ist irgendwie eine Mischung aus Snapchat, Twitter und Gutefrage.net. Die Investoren scheinen jedoch der Meinung zu sein, dass Jelly eine Chance verdient hat. Neben Bono und Jack Dorsey haben unter anderem Al Gore und Evan Williams in das junge Unternehmen investiert.