Käufer des Fitnessarmbandes UP von Jawbone schlafen viel. 700.000 Stunden sind es, um genau zu sein. Jeden Tag. Allerdings laufen sie auch eine Menge. Milliarden an Schritten registrieren die Server des Unternehmens Tag für Tag. Daten wie diese sind es, die uns Menschen heute dabei helfen, mehr Sport zu treiben. Oder mehr zu schlafen. Wir können sie sinnvoll nutzen – sie können jedoch auch gegen uns verwendet werden. Daten geben Aufschluss über Entwicklungen. Sie lassen uns Zusammenhänge erkennen, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind.

Im kalifornischen Rancho Palos Verdes dreht sich in diesen Tagen eine Menge um Daten. In der am Pazifik gelegenen Stadt veranstaltet der Technologie-Blog AllThingsD momentan seine jährliche D-Konferenz, diesmal die D11. Am Mittwoch hat Mary Meeker dort den neuesten Internet Trends Report vorgestellt. Es war nach 2012 bereits das zweite Mal, dass die Partnerin der Venture-Capital-Gesellschaft Kleiner Perkins Caufield & Byers (KPCB) während der Technologie-Veranstaltung ihre Untersuchungsergebnisse veröffentlichte. Der Report zeigt, was sich in den vergangenen Monaten in der Welt verändert hat. Er macht deutlich, in welche Richtung es geht – und bezieht sich dafür auf umfangreiche Daten.

Bevor am Ende des Textes die komplette Präsentation zu finden ist, habe ich einige interessante Details heraussortiert und aufgelistet – völlig ohne Interpretationen:

  • Weltweit stieg die Zahl der Internetnutzer im vergangenen Jahr auf 2,4 Milliarden Menschen – ein Wachstum im Vergleich zum Vorjahr von acht Prozent. Treibende Kräfte waren vor allem Entwicklungsnationen wie der Iran, Indonesien aber auch Argentinien.
  • Lag der weltweite Marktanteil von mobilen Betriebssystemen „Made in USA“ 2005 bei gerade einmal fünf Prozent, waren es 2012 schon 88 Prozent. iOS, Android und Windows Phone haben Nokia, Linux und Blackberry den Rang abgelaufen.
  • Die Menge an digitalen Informationen, die weltweit erzeugt und geteilt wurde, stieg innerhalb von fünf Jahren um ein Neunfaches auf zwei Zettabyte (Stand: 2011). Meeker geht davon aus, dass das Datenvolumen bis 2015 auf bis zu acht Zettabyte ansteigen wird. BTW: Ein Zettabyte sind eine 1 mit 21 Nullen.
  • Fast 400 Millionen Bilder wurden 2012 täglich bei Flickr, Snapchat, Instagram und Facebook hochgeladen und geteilt. Für 2013 erwartet KPCB einen Anstieg auf fast 550 Millionen Fotos jeden Tag. Eine immer größere Rolle wird nach Angaben von KPCB Snapchat spielen – ein Instant-Messaging-Dienst, der sich in Deutschland bisher kaum durchsetzen konnte.
  • 100 Stunden an Videomaterial werden jede Minute bei Youtube hochgeladen. 100 Stunden! Um das alles sehen zu können, müsste man vier Tage lang ununterbrochen vor dem Bildschirm sitzen. Allerdings wäre dann auch schon wieder 600.000 Stunden hinzugekommen – für die man wiederrum über 68 Jahre bräuchte, um sie alle sehen zu können. Ein aussichtsloses Unterfangen.
  • Im Januar 2013 waren von den monatlich aktiven iPhone-Nutzern in den USA noch nicht einmal zwei Prozent auch regelmäßig bei Twitters Kurzvideo-Dienst Vine aktiv. Im April lag diese Zahl jedoch schon bei über 6,5 Prozent – Tendenz steigend.
  • Bei Soundcloud werden pro Minute elf Stunden an Tonmaterial hochgeladen.
  • Mit dem Fitnessarmbar Jawbone UP werden pro Tag Milliarden an Schritten und über 700.000 Stunden an Schlaf der Nutzer registriert.
  • Auf der Bewertungsplattform Yelp tummeln sich mittlerweile über 100 Millionen Nutzer – eine Steigerung im Jahresvergleich von über 40 Prozent. Fast 40 Millionen Bewertungen wurden von den Nutzern bisher verfasst.
  • Obwohl Facebook bei den Nutzerzahlen der sozialen Netzwerke noch immer in Führung liegt, sind es die Konkurrenten um Youtube, Twitter, Google+, Pinterest, Instagram und Tumblr, die deutliche Zuwächse im Jahresvergleich vorweisen können. Bei Facebook ist hingegen eine Stagnation und sogar ein leichter Rückgang zu erkennen.
  • Weltweit liegt der durchschnittliche Anteil von Menschen, die erklären, sie würden alles oder zumindest fast alles online teilen, bei 24 Prozent.  Während die Menschen in Saudi-Arabien (über 60 Prozent) und Indien (über 50 Prozent) besonders mitteilungsfreudig sind, sind die US-Amerikaner (15 Prozent) und Deutschen (unter 10 Prozent) weitaus zurückhaltender.
  • 60 Prozent der über 1,1 Milliarde Facebook-Nutzer in der Welt loggen sich täglich im Netzwerk ein. Durchschnittlich kommt jeder von ihnen auf über 200 Freunde auf Facebook.
  • In China haben im vergangenen Jahr erstmals mehr Internetnutzer auf Online-Inhalte über Smartphones zugegriffen als über Desktop-Computer.
  • In Nordkorea überstieg die Zahl der Suchanfragen von mobilen Geräten Ende 2012 erstmals die Zahl der Suchanfragen über PCs.
  • 2013 wird es weltweit 1,5 Milliarden Smartphone-Nutzer geben. Das klingt viel. Allerdings liegt die Zahl der Handy-Nutzer noch immer über 5 Milliarden.
  • Im ersten Quartal 2010 kam Apple auf einen weltweiten Marktanteil bei den Smartphones von 16 Prozent und Samsung auf 4 Prozent. Im vierten Quartal 2012 lag Apple bei 22 Prozent, Samsung bei 29 Prozent.
  • Weniger als drei Jahre nach der Vorstellung des ersten iPads wurden im vierten Quartal 2012 erstmals mehr Tablets als herkömmliche PCs verkauft.
  • KPCB erkennt einen sonderbaren Durchbruch der Zehn-Jahres-Zyklen, die die Technologie in der Vergangenheit gekennzeichnet haben. In den 1980er Jahren gab es die PCs, in den 1990er Jahren mit dem Internet verbundene Rechner, in den 2000er Jahren kam dann das mobile Internet mit Smartphones und Tablets und jetzt – nur wenige Jahre später rücken neue Produkte wie intelligente Armbänder und Datenbrillen nach.
  • Smartphone-Besitzer greifen pro Tag um die 150 Mal nach ihren Geräten. Hauptsächlich, um Nachrichten zu lesen (23 Mal), zu telefonieren (22 Mal) oder um die Uhrzeit abzulesen (18 Mal). Ganz weit hinten liegt der Zugriff aufs Internet und auf die Suchfunktion (je 3 Mal).
  • 60 Prozent der Top-25-Unternehmen im Technologiebereich in den USA wurden von Menschen gegründet, die erst in der ersten oder zweiten Generation US-Amerikaner sind. Ihre Firmen beschäftigten in 2012 fast 1,3 Millionen Menschen.
  • Über 600 Millionen Kreditkarten sind in den USA im Umlauf. Der Durchschnittsamerikaner trägt drei bis vier Stück in seinem Portemonnaie mit sich herum.